Sprichwörtlicher Keks

Sososo, schon viel zu lange wurde hier nichts mehr geschrieben. Deshalb hab ich mich jetzt heute dazu überwunden mal wieder so richtig auf die Tastatur zu hauen. Seit etwas mehr als 2 Wochen bin ich jetzt hier in der Klinik für Essstörungen in Zürich. Und nein, es ist nicht so einfach wie ich gedacht habe. Zum Einen muss ich mich erst wieder daran gewöhnen, Verpflichtungen zu haben. Sei es jeden Tag um Punkt viertel vor zwölf zum Mittagessen dazustehen, oder all die Therapietermine in meinem fast-nicht-mehr-vorhandenen Kopfkalender einzuhalten. Natürlich ist hier nichts ein muss, aber ich bin zu viel Perfektionistin und zu wenig Rebellin um mich gegen irgendwelche Vorschläge und Regeln zu wenden. Auch der Umgang mit meinen 10 Mitpatientinnen ist nicht ganz einfach und etwa 22.5 Stunden täglich fühle ich mich hier entweder komplett fehl am Platz oder nach Strich und Faden von gewissen Personen ignoriert. Natürlich ist es sehr schwierig so unter 11 Frauen und da ist es nur natürlich, dass man sich gegenseitig auch mal auf den Keks geht.

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Was ich toll find, ist der Kreativraum, in dem wir basteln, malen und herumwerkeln dürfen, wie es uns gefällt. Einmal in der Woche haben wir auch Kreativtherapie, was aber nichts anderes ist, als beobachtetes Malen. Ich seh den Sinn dahinter nicht ganz, aber mir seis Recht. Ich machs ja schliesslich gern 🙂 Essen tun wir auch sehr gut, aber viiiiiiiel viiiiiiiel, viiiiiiiiel. Ich kämpfe oft damit, Dinge nicht einfach wieder wegzulassen, weil ich weiss, dass ich mich danach wenigstens geistig besser fühlen würde, als wenn ich es esse. Aber Dinge weglassen könnte ich ja auch zuhause, also deswegen bin ich schliesslich nicht hier. Ich fühle mich jedoch schrecklich so auf Koch- und Backentzug!!!!

Dieses Wochenende hatte ich zum ersten mal längeren Ausgang. Sprich 3 Stunden. Jetzt fühle ich mich wenigstens wieder ein bisschen am-Leben-teilhabend und muss mir nicht die ganze Zeit alleine hier um die Ohren schlagen. Wobei beschweren kann ich mich ja nun wirklich nicht. Ich hatte schon reichlich Besuch von lieben Verwandten, toller Familie und unersetzlichen Freunden.

Tja das wars fürs erste. So richtig in die Tasten gehauen hab ich zwar auch nicht, aber ich bin mir sicher ihr kommt darüber hinweg.

Tschüss und bis bald

Steffi

Ps: Die Fotos sind nicht aus der Klinik, sondern noch von Zuhause. Es war sozusagen mein letztes Mittagsmal 😉

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3 Gedanken zu “Sprichwörtlicher Keks

  1. Hallo! Erzähl doch mal was von deinem Tagesablauf! Was gibt’s alles zu tun, was für Regeln musst du befolgen, was wird gelästert? Sind die anderen dir sympathisch?
    Screw your courage to the sticking-place, and we’ll not fail.

    • Hallo Keksmonster (lustiger Name 😉 )
      Tausend Dank für deinen Kommentar und das Zitat am Ende. Sehr aufmunternd 🙂 Ich nehme mir deine Tips und Fragen natürlich zu Herzen und schreibe schon am nächsten Post.
      Alles Liebe, sonnige Frühlingsgrüsschen und hoffentlich wirst du auch in Zukunft meinen Blog lesen
      Steffi 🙂

  2. Danke, ja, mir gefällt mein Name auch. Er rollt so schön von der Zunge, erweckt positive Gefühle und Erinnerungen und drückt gleichzeitig aus, wovon ich mich hauptsächlich ernähre.

    Ich freue mich, deinen Post bei Kerzenlicht und frisch-gebackenen Keksen zu geniessen.

    Dieses Zitat von Churchill bringt mich immer wieder zum Schmunzeln:

    **
    Lady Nancy Astor: Winston, if I were your wife, I’d poison your tea.
    Churchill: Nancy, if I were your husband, I’d drink it.
    **

    Alles Gute!

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